Geschichte des Brautkleides

Brautkleider in DresdenHeute kann man als Brautkleid eigentlich alles tragen was, man sich wünscht. Die Auswahl an Schnitten und Stilen ist einfach unglaublich. Ob retro oder modern, farbig oder bunt, ein Kleid im Stil eines anderen Jahrhunderts - heute ist alles möglich. Das war nicht immer so.

Natürlich hat das Brautkleid als solches eine lange Tradition, nur war es nicht von Beginn an weiß wie wir es heute kennen. Im alten Rom zum Beispiel ging die Braut vorwiegend in Gelb vor den Traualtar. Später, im 16. und 17. Jahrhundert war hellgrün die Farbe in der man (bzw. Frau) vor den Altar trat. Dies geschah aber nicht aus modischen Aspekten, sondern einfach aus Kostengründen, es wurde das beste Kleid getragen, welches die Braut besaß. Erst ab dem 17. Jahrhundert begann sich weiß als Brautkleidfarbe langsam durchzusetzen. Maria de' Medici (2. Frau Heinrich IV und Mutter Ludwig XIII) heiratete 1600 als Erste groß in einem hellem Kleid, obwohl ihr Gatte sich, wie es das damals üblich war, bei der Trauung vertreten ließ.

Weiß konnte man die damaligen Kleider, aufgrund der natürlichen Bleichmethoden sicher nicht bezeichnen, sondern eher als creme- oder elfenbeinfarben. Von einem echten Weiß, kann man erst ab dem Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts sprechen durch Entwicklung und stetige Verbesserung der chemischen Reinigungsmethoden mit denen man bessere Bleichergebnisse erzielen konnte.

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Brautkleider oftmals weiter nur ganz normale, gute, meist schwarze Kleider. Der Grund dafür liegt nahe, nur die Reichen konnten sich ein Kleid leisten, dass sie nur einmal im Leben tragen. Die "normale" Frau brauchte ein gutes Kleid für alle Tage, das heißt: es musste für alle Lebenslagen passen und das waren zumeist Taufen, Kirchbesuche und Beerdigungen. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts setzten sich spezielle Brautkleider mehr und mehr durch. Das waren, der damaligen Mode geschuldet, oft bis zum Hals verschlossene, schwere und verzierte Kleider mit weiten, bodenlangen Röcken aus Satin und Spitzenblusen. Ein Korsett und Puffärmel waren damals Pflicht. Dazu wurde ein Hut oder ein hüftlanger Schleier getragen. Im Alltag waren diese bodenlangen Roben sogar praktisch, dazu wurde im Saum ein spezieller, gefranzter Rand eingenäht mit dem die Frau den ganzen Tag die Wohnung kehrte.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Frauen selbstbewusster: sie trennten sich von den Korsetts, den Haaren und orientierten sich auch in der Brautmode an der Mode. So gab es erstmals in den 20er Jahren kurze Brautkleider.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde oftmals "schnell" geheiratet, wenn der Mann auf Urlaub von der Front war. Bei diesen Kriegshochzeiten war wieder das praktischere Kleid gefragt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Brautkleider wieder romantischer. Im Stile der 50er Jahre wurde Oberteil enger und unter dem Rock wurde ein Petticoat getragen, der weit schwang. Zu dieser Zeit wurden auch erstmals synthetische Stoffe verwendet.

In den 60er Jahren kamen schulterfreie Brautkleider in Mode. Die Naturstoffe Taft, Leinen oder Baumwolle lösten die künstlichen Stoffe aus den 50ern wieder ab. Im Sinne der Protestbewegung Ende der 60er Jahre wurden auch die Brautkleider extravaganter und zeigten "Wiederstand" gegen Traditionen. Alles konnte man finden: bunte Kleider, ultrakurze Kleider und sogar Hosen waren anzutreffen. Selbstverständlich kam das klassische, weiße Brautkleid dabei nie aus der Mode. Die 70er Jahren zeigten sich wieder verspielter und ab Mitte der 80er waren Schulterpolster der bestimmende Trend. Heute ist alles möglich was gefällt. Tipp: schauen Sie doch einmal auf unseren Brautkleid-Maker-Artist. Vielleicht entdecken Sie dabei ja eine ganz neue Möglichkeit für Ihr Brautkleid!